Das Wichtigste in Kürze

  • Wasser im Ohr entsteht, wenn Flüssigkeit im äußeren Gehörgang eingeschlossen wird und nicht von selbst abfließen kann.
  • In vielen Fällen lässt sich Wasser im Ohr durch einfache Maßnahmen wie Kopfneigen, Liegen auf der betroffenen Seite oder vorsichtige Wärme wieder entfernen.
  • Wattestäbchen, spitze Gegenstände und heftiges Schütteln des Kopfes sollten vermieden werden, da sie Beschwerden verschlimmern oder Verletzungen verursachen können.
  • Bleibt Wasser über längere Zeit im Ohr, können Entzündungen, Schmerzen oder Infektionen entstehen.
  • Halten die Beschwerden länger als 24 bis 48 Stunden an oder treten Symptome wie Schmerzen, Schwindel oder Fieber auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Wasser im Gehörgang – was tun?

Gehörschutz Schwimmen

Von Wasser im Ohr spricht man, wenn Flüssigkeit in den äußeren Gehörgang gelangt und dort zurückbleibt. In den meisten Fällen fließt das Wasser aufgrund der natürlichen Form des Ohres von selbst wieder heraus. Manchmal kann es jedoch im Gehörgang eingeschlossen werden und ein unangenehmes Gefühl verursachen.

Der äußere Gehörgang verbindet das Außenohr mit dem Trommelfell und ist etwa 2,5 bis 3 Zentimeter lang. Seine Form ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Ein enger oder stärker gekrümmter Gehörgang kann dazu führen, dass Wasser schlechter abläuft. Auch vermehrtes Ohrenschmalz kann den Abfluss von Wasser im Gehörgang erschweren.

Bleibt Flüssigkeit im Ohr zurück, entsteht häufig das Gefühl, dass das Ohr verstopft ist. Zudem werden Schallwellen anders weitergeleitet, wodurch das Hörvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein kann. Viele Betroffene nehmen Geräusche in dieser Zeit gedämpft wahr oder haben das Gefühl, als sei das Ohr verschlossen.

Wasser im Ohr entfernen – Bewährte Methoden

Wenn sich Wasser im Ohr festgesetzt hat, lässt es sich häufig mit einfachen Maßnahmen wieder aus dem Gehörgang entfernen. Wichtig ist, vorsichtig vorzugehen und das Ohr nicht zusätzlich zu reizen.

1. Kopf neigen und Ohrläppchen ziehen

Neigen Sie den Kopf zur betroffenen Seite, damit die Flüssigkeit leichter abfließen kann. Ziehen Sie dabei das Ohrläppchen vorsichtig nach unten und leicht nach hinten. Dadurch kann sich der Gehörgang etwas strecken. Falls nötig, können Sie zusätzlich einige leichte Hüpfer machen, um das Wasser im Gehörgang zu lösen.

2. Vakuum-Methode

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Handfläche dicht auf das betroffene Ohr zu legen. Drücken Sie die Hand sanft an und ziehen Sie sie anschließend wieder weg. Der dabei entstehende leichte Unterdruck kann helfen, eingeschlossenes Wasser zu lösen. Neigen Sie danach den Kopf zur Seite, damit die Flüssigkeit herauslaufen kann.

3. Schwerkraft und Bewegung nutzen

Oft genügt es, sich für einige Minuten auf die Seite des betroffenen Ohres zu legen. Durch die Schwerkraft kann das Wasser im Ohr von selbst abfließen. Diese Methode ist besonders schonend und einfach anzuwenden.

4. Gähnen oder Kauen

Gähnen, Kaugummikauen oder bewusstes Schlucken können dabei helfen, den Druckausgleich im Ohr zu unterstützen. Die Bewegungen im Bereich von Kiefer und Ohr können dazu beitragen, eingeschlossene Flüssigkeit zu lösen und das unangenehme Gefühl eines verstopften Ohres zu verringern.

5. Warme Luft einsetzen

Auch warme Luft kann dabei helfen, Wasser im Ohr zu entfernen. Verwenden Sie einen Föhn ausschließlich auf der niedrigsten Wärme- und Gebläsestufe. Halten Sie dabei einen Abstand von mindestens 30 Zentimetern zum Ohr ein. Bewegen Sie den Föhn kontinuierlich und richten Sie die warme Luft nicht zu lange auf dieselbe Stelle. So kann die Feuchtigkeit im Gehörgang schonend verdunsten.

Was man bei Wasser im Ohr vermeiden sollte

Wenn Sie Wasser im Ohr haben, sollten Sie einige vermeintliche Hilfsmittel und Methoden vermeiden. Falsche Maßnahmen können dazu führen, dass die Flüssigkeit tiefer in den Gehörgang gelangt oder das Ohr unnötig gereizt wird.

Wattestäbchen

Wattestäbchen gehören zu den häufigsten Fehlerquellen, wenn Betroffene Wasser im Gehörgang entfernen möchten. Statt zu helfen, können sie das Wasser weiter in das Ohr drücken. Zudem kann Ohrenschmalz verdichtet werden, wodurch der Gehörgang zusätzlich verengt wird. Auch kleine Verletzungen der empfindlichen Haut im Ohr sind möglich. Dadurch kann das Risiko für Entzündungen steigen.

Scharfe oder spitze Gegenstände

Haarnadeln, Büroklammern oder ähnliche Gegenstände sollten niemals verwendet werden, um Flüssigkeit aus dem Ohr zu entfernen. Solche Gegenstände können die Haut im Gehörgang verletzen und Reizungen verursachen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass Infektionen begünstigt oder empfindliche Strukturen im Ohr beschädigt werden.

Aggressives Schütteln

Auch heftiges Schütteln des Kopfes ist nicht empfehlenswert. Zu starke Bewegungen können Schwindel auslösen und das Ohr zusätzlich belasten. Um Wasser im Ohr zu entfernen, sind sanfte und schonende Methoden die bessere Wahl.

Lässt sich die Flüssigkeit nicht sofort beseitigen, ist Geduld oft sinnvoll. In vielen Fällen läuft das Wasser nach einiger Zeit von selbst aus dem Gehörgang heraus.

Wasser im Ohr bei Hörgeräteträgern

Für Hörgeräteträger kann Wasser im Ohr besonders störend sein. Bereits kleine Mengen Flüssigkeit im Gehörgang können das Hören spürbar beeinflussen und das Gefühl eines verstopften Ohres verstärken. Da Hörsysteme alltägliche Hörveränderungen ausgleichen, werden Einschränkungen durch Wasser im Gehörgang oft besonders deutlich wahrgenommen.

Feuchtigkeit kann zudem nicht nur das Ohr, sondern auch das Hörgerät beeinträchtigen. Sie kann die empfindlichen Mikrofone und Lautsprecher beeinflussen, Korrosion an elektronischen Bauteilen begünstigen und die Klangqualität verschlechtern. Aus diesem Grund sollten Hörgeräte möglichst vor Feuchtigkeit geschützt werden.

Ein häufig unterschätztes Problem ist Kondenswasser. Durch Temperaturunterschiede zwischen dem Körper und der Umgebung kann sich Feuchtigkeit im Hörgerät oder im Schallschlauch bilden. Auch diese Feuchtigkeit kann die Funktion des Hörsystems beeinträchtigen und die Klangqualität vorübergehend verschlechtern.

Besondere Aufmerksamkeit erfordern außerdem Otoplastiken. Da sie den Gehörgang teilweise verschließen, kann Restfeuchtigkeit nach dem Schwimmen oder Duschen länger im Ohr verbleiben. Wird das Ohr nicht ausreichend getrocknet, kann das Gefühl von Wasser im Ohr länger anhalten als bei einem offenen Gehörgang.

Kann Wasser im Ohr gefährlich werden?

In den meisten Fällen ist Wasser im Ohr harmlos und verschwindet nach kurzer Zeit von selbst. Bleibt die Flüssigkeit jedoch über einen längeren Zeitraum im Gehörgang, kann das Risiko für verschiedene Beschwerden und Komplikationen steigen.

Feuchtigkeit schafft günstige Bedingungen für das Wachstum von Bakterien und Pilzen. Dadurch können Infektionen entstehen, die eine medizinische Behandlung erforderlich machen können. Besonders dann, wenn das Ohr regelmäßig Feuchtigkeit ausgesetzt ist, sollte auf eine gründliche Trocknung geachtet werden.

Eine mögliche Folge von länger verbleibendem Wasser im Gehörgang ist eine Entzündung des äußeren Gehörgangs. Die empfindliche Haut wird durch die anhaltende Feuchtigkeit belastet und kann anfälliger für Reizungen und Infektionen werden.

Während anfangs häufig nur ein Druckgefühl oder das typische Gefühl eines verstopften Ohres auftritt, können sich die Beschwerden mit der Zeit verstärken. In einigen Fällen entwickeln sich daraus deutliche Ohrenschmerzen, die den Alltag beeinträchtigen können.

Wann sollte ein Arzt aufgesucht werden?

Hörsturz

In vielen Fällen verschwindet Wasser im Ohr innerhalb kurzer Zeit von selbst. Halten die Beschwerden jedoch an oder treten zusätzliche Symptome auf, sollte das Ohr ärztlich untersucht werden.

Eine Untersuchung ist besonders ratsam, wenn das Wasser länger als 24 bis 48 Stunden im Gehörgang verbleibt und sich das Gefühl eines verstopften Ohres nicht bessert. Auch anhaltende Hörprobleme können ein Hinweis darauf sein, dass sich die Flüssigkeit nicht von allein zurückbildet oder bereits Folgebeschwerden entstanden sind.

Treten starke Ohrenschmerzen auf, sollte ebenfalls medizinischer Rat eingeholt werden. Schmerzen können auf eine Reizung oder Entzündung des Gehörgangs hindeuten. Gleiches gilt bei Schwindel, da dieser auf eine stärkere Beeinträchtigung des Ohres hinweisen kann.

Besondere Aufmerksamkeit ist erforderlich, wenn Flüssigkeit oder Ausfluss aus dem Ohr austritt oder zusätzlich Fieber auftritt. Diese Beschwerden können Anzeichen einer Infektion sein und sollten zeitnah abgeklärt werden.

Insbesondere bei Kindern empfiehlt es sich, frühzeitig einen Arzt aufzusuchen. So können mögliche Entzündungen oder andere Ursachen für die Beschwerden rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

FAQ

Ja, ein Föhn kann dabei helfen, Wasser im Ohr zu entfernen. Wichtig ist jedoch, dass er nur auf der niedrigsten Wärme- und Gebläsestufe verwendet wird. Halten Sie ausreichend Abstand zum Ohr und bewegen Sie den Föhn kontinuierlich, damit die Haut im Gehörgang nicht unnötig belastet wird.

Ja. Feuchtigkeit kann die empfindliche Elektronik eines Hörgeräts beeinträchtigen. Dadurch können Mikrofone, Lautsprecher oder andere Bauteile in ihrer Funktion eingeschränkt werden. In manchen Fällen kann Feuchtigkeit sogar zu Ausfällen oder dauerhaften Schäden führen.

Ja, in den meisten Fällen läuft das Wasser nach kurzer Zeit von selbst aus dem Gehörgang heraus oder verdunstet. Unterstützend können Sie den Kopf zur Seite neigen oder sich auf die betroffene Seite legen. Bleibt das Gefühl von Wasser im Ohr länger als 24 bis 48 Stunden bestehen, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Nach dem Schwimmen, Duschen oder Baden sollten die Ohren sorgfältig getrocknet werden. Neigen Sie den Kopf nach beiden Seiten, damit eventuell vorhandenes Wasser ablaufen kann. Menschen mit engen Gehörgängen oder Hörgeräten sollten besonders auf eine gründliche Trocknung achten, um länger anhaltende Feuchtigkeit im Ohr zu vermeiden.

Nein. Wattestäbchen sind nicht geeignet, um Wasser aus dem Ohr zu entfernen. Sie können die Flüssigkeit tiefer in den Gehörgang drücken, Ohrenschmalz verdichten und die empfindliche Haut im Ohr verletzen. Schonende Methoden sind daher die bessere Wahl, wenn Sie Wasser im Ohr haben.

Marcel Taudien Hörakustiker

Interesse geweckt?

Wir freuen uns, wenn wir Ihr Interesse für unsere Produkte
und Dienstleistungen geweckt haben.
Zögern Sie nicht lange und vereinbaren Sie heute noch einen Termin bei Poser Hörgeräte in Berlin Mariendorf & Berlin Buckow.