Das Wichtigste in Kürze
- Ein idiopathischer Hörsturz ist ein plötzlicher, meist einseitiger Hörverlust, bei dem keine eindeutige Ursache erkennbar ist.
- Mögliche Auslöser sind Durchblutungsstörungen, Stress, Infektionen oder andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen.
- Eine ärztliche Untersuchung sollte möglichst schnell erfolgen, da eine frühe Behandlung die Heilungschancen deutlich verbessert.
- Vorbeugung ist nicht vollständig möglich, doch ein gesunder Lebensstil kann das Risiko verringern.
Was ist ein idiopathischer Hörsturz?
Ein idiopathischer Hörsturz beschreibt einen plötzlichen, meist einseitigen Hörverlust, für den sich keine eindeutige Ursache finden lässt. Deshalb wird er umgangssprachlich auch als „Ohrinfarkt“ bezeichnet.
Die Forschung geht davon aus, dass Durchblutungsstörungen oder Entzündungen im Innenohr dafür verantwortlich sein können. Dabei werden die empfindlichen Haarzellen in der Hörschnecke geschädigt, was zu typischen Beschwerden führt.
Zu den häufigsten Symptomen eines idiopathischen Hörsturzes zählen neben der Hörminderung auch Ohrgeräusche wie Tinnitus, Schwindel oder ein Druckgefühl im betroffenen Ohr. Diese Anzeichen treten meist plötzlich auf und sollten unbedingt ernst genommen werden.
Die Behandlung erfolgt in vielen Fällen mit einer Kortikosteroidtherapie. Ziel ist es, Entzündungen zu reduzieren und die Durchblutung zu verbessern. Entscheidend für den Therapieerfolg ist, dass die Behandlung möglichst schnell beginnt.
Welche Ursachen und Risikofaktoren kommen infrage?
Ein idiopathischer Hörsturz tritt plötzlich auf, ohne dass eine eindeutige Ursache erkennbar ist.
Dennoch gibt es verschiedene Faktoren, die als Auslöser in Frage kommen und das Risiko erhöhen können.
Durchblutungsstörungen
Eine vermutete Hauptursache für den idiopathischen Hörsturz sind Durchblutungsstörungen im Innenohr. Wird das empfindliche Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, können die Sinneszellen geschädigt werden und ihre Funktion verlieren.
Stress und psychische Belastung
Auch Stress gilt als bedeutender Risikofaktor. Dauerhafte Anspannung und psychische Belastungen können sich negativ auf den Kreislauf und die Durchblutung auswirken. Dies kann wiederum das Risiko für einen idiopathischen Hörsturz erhöhen.
Virale Infektionen
Infektionen im Bereich der oberen Atemwege oder des Mittelohrs werden ebenfalls mit dem idiopathischen Hörsturz in Verbindung gebracht.
Viren können Entzündungen im Innenohr hervorrufen, die den Hörsinn beeinträchtigen.
Weitere Einflussfaktoren
Zusätzlich können Faktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder Rauchen das Risiko erhöhen. Sie alle wirken sich negativ auf die Gefäße aus und können die Wahrscheinlichkeit für einen idiopathischen Hörsturz steigern.
In welchen Fällen sollte behandelt werden?
Ein idiopathischer Hörsturz kann sehr unterschiedlich verlaufen. Ob und wie schnell eine Behandlung erforderlich ist, hängt in erster Linie von der Schwere des Hörverlustes und den begleitenden Symptomen ab.
Bei einem leichten Hörverlust, der kaum belastet, raten Ärztinnen und Ärzte oft dazu, zunächst einige Tage abzuwarten.
Häufig erholt sich das Gehör in diesen Fällen von selbst, insbesondere wenn nur tiefe oder mittlere Tonhöhen betroffen sind.
Bessert sich der Hörverlust innerhalb dieser Zeit nicht, ist eine gezielte Behandlung sinnvoll. Fachleute empfehlen außerdem eine schnelle Untersuchung und Therapie innerhalb von ein bis zwei Tagen, wenn der Hörverlust besonders stark ist, als belastend empfunden wird oder bereits andere Erkrankungen der Ohren vorliegen.
Tritt zusätzlich Schwindel auf, sollte besonders aufmerksam gehandelt werden. Bei sehr starkem Schwindel ist es ratsam, noch am selben Tag ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Ist eine gezielte Prävention bei Hörsturz möglich?

Einem idiopathischen Hörsturz lässt sich leider nicht mit absoluter Sicherheit vorbeugen. Auch wer keine offensichtlichen Risikofaktoren wie Stress, Bluthochdruck oder Schlafmangel hat, kann betroffen sein. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die das Risiko senken und das Gehör langfristig unterstützen können.
Zu einer gesunden Lebensweise gehören:
Wer bereits einen oder mehrere Hörstürze erlebt hat, sollte zudem den Konsum von Koffein und Nikotin überdenken. Während Kaffee in moderaten Mengen unbedenklich ist, wirkt sich Rauchen deutlich negativer aus. Nikotin und andere Inhaltsstoffe von Zigaretten verengen die Blutgefäße und begünstigen damit Durchblutungsstörungen, auch im Innenohr.
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